Museum Pregarten

Seit seiner Gründung im Jahr 1995 hat sich das „Heimathaus Pregarten“ zu einem Themenmuseum entwickelt, in dem auf rund 300 m2 ein repräsentativer Querschnitt durch 3000 Jahre Regionalgeschichte gezeigt wird.

Schwerpunkte des Museums sind:

  • Produkte der „1. OÖ Steingutfabrik in Prägarten“
  • Hügelgräber aus der späten Bronzezeit, die in den „Bachsteiner Tannen“, einem Wäldchen bei Unterweitersdorf, ausgegraben wurden
  • Handel und Gewerbe im Wandel der Zeit
  • Dokumente und Objekte werfen Schlaglichter auf besondere Ereignisse in der Geschichte Pregartens und der Region
  • Die Ausstellung „Ende und Anfang 1945-1955“ bietet neben einem Überblick über 10 Jahre Nachkriegsgeschichte Interviews mit Zeitzeugen
  • Ein kleiner Abschnitt des Museums bietet die Möglichkeit, rasch wechselnde Themen zu präsentieren. Derzeit lautet der Titel: „Gruß aus Prägarten“

Die „1. OÖ Steingutfabrik in Prägarten“
In den Jahren 1905 bis 1925 wurden in Pregarten Steingutprodukte hergestellt. Die günstigen Transportwege und die Nähe der notwendigen Rohmaterialien waren die Hauptgründe für den Standort Pregarten. Kaolin kam aus dem Nachbarort Tragwein, Kohle mit der Summerauerbahn aus Tschechien und Lehm, Sand und Wasser waren in der Feldaist vorhanden.

Die Fabrik erzeugte in erster Linie Haushaltsartikel, aber auch Sanitärware und technische Keramik. Auch Reklame- und Gebrauchsartikel für Firmen bis hin nach Budapest wurden hergestellt.

Die ausgestellten Produkte stammen nachweislich alle aus der Steingutfabrik in Pregarten und zeugen von einer bemerkenswerten Vielfalt an Dekors und Formen.

Die Hügelgräber in Unterweitersdorf
Einige schon seit 1930 bekannte Hügelgräber wurden vor dem Bau der Schnellstraße S10 archäologisch untersucht. Die Hügel enthielten eine Anzahl von Grabkammern, aber auch einzelne Urnen. Die Funde sind daher in die Übergangszeit von der späten Bronzezeit zur Urnenfelderkultur und werden in die Zeit von 1300-1100 v.Chr. datiert.

Das Museum präsentiert den Nachbau einer Grabkammer im eindrucksvoll renovierten ehemaligen Eiskeller. Daneben werden Fundstücke wie Leichenbrand, Bronzenadeln, Schmuck und Keramik in verschiedenen Stadien der Rekonstruktion gezeigt.

Handel und Gewerbe im Wandel der Zeit
Die Lage am Schnittpunkt alter Handelswege förderte entscheidend die Entwicklung von Pregarten. Neben der weit verbreiteten Weberei gewannen alle Arten von Gewerbebetrieben an Bedeutung.

Die Ausstellung zeigt typische Gerätschaften aus Pregartner Gewerbebetrieben wie Schuster, Friseur, Apotheker, Krämer usw. Die Entwicklung der Gewebe in einzelnen Straßenzügen wird an Hand von alten und aktuellen Fotos aufgezeigt.

Ebenso gibt es Schautafeln auf denen die Entwicklung der Gewerbebetriebe von 1855 über 1955 bis zum Jahr 2015 elektronisch dargestellt werden.

Besondere Ereignisse aus der Geschichte Pregartens
In verschiedenen Teilen des Museums werden Dokumente und Objekte zur Geschichte des Ortes gezeigt, wie zum Beispiel eine Fahne und ein Schlussstein aus der alten Pregartner Kirche, die Bestätigung des Marktrechtes aus dem Jahr 1827, die Vereinsfahne der Kapselschützengesellschaft aus dem Jahr 1873, der älteste Abdruck des Gemeindesigels aus 1555 und vieles mehr.

Die Ausstellung „Ende und Anfang 1945-1955“
2017 wurde der eindrucksvoll renovierte Stadel als letzte Ausbaustufe in die Museumsräume aufgenommen. Hier ist die Ausstellung über die ersten zehn Jahre nach dem Weltkrieg zu sehen.

Pregarten stand am Kriegsende kurze Zeit im Brennpunkt des Geschehens, die Demarkationslinie zwischen den Siegermächten durchschnitt unsere Gemeinde. Wir präsentieren Interviews mit Zeitzeugen ebenso wie einen Streifzug durch die Ereignisse dieser Zeit an Hand von Bildern und Ausstellungsstücken wie Spielzeug, Briefmarken, Ausweisen weiters Lebensmittelmarken, Verpackungsmaterialien, Schulsachen etc. Auch die Unterhaltung darf nicht fehlen: in einer „Wohnzimmerecke“ kann man Musik aus dieser Zeit hören und in alten Zeitschriften und Büchern blättern.

Gruß aus Prägarten
Ein kleiner Abschnitt des Museums bietet die Möglichkeit, in einfacher Form wechselnde Themen anzusprechen. Derzeit werden unter dem Titel „Gruß aus Prägarten“ Kaffeegeschirr, Teegläser, Aschenbecher, Schnapsflaschen etc. gezeigt, die mit alten Pregartner Ansichten verziert sind.